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18.12.2006

Angekommen


„Bereits über eine Woche ist in Deutschland vergangen und die Tage, die Stunden gleiten wie feiner Sand durch die Finger. Die Zeit vergeht so viel schneller, schwindet, ohne sie halten zu können. Ein Tag hat nun wieder eine ganz andere Bedeutung und ist nicht mehr so einzigartig und klar von den anderen zu trennen.“ Die zitierten Worte stammen aus einer email, die Martin eine Woche nach seiner Ankunft in Deutschland an Hannes sand, welcher selbst noch knapp zwei Monate unterwegs sein sollte. Zeilen die dem einem fremd erschienen und beim anderen einen leicht verwirrten Eindruck widerspiegeln. Die Zeit des Ankommens, des Ordnens und dem Zusehen wie es nun weitergeht.

Mehr als 3 Monate sind bei Martin nun vergangen und auch Hannes weilt seit 1.5 Monaten wieder im deutschen Lande. Genug Zeit, um sich den neuen Herausforderungen und den alltäglichen Dingen des Lebens zu stellen.
Treffen mit Freunden, Sport wie Volleyball, Handball oder auch das Mountainbiken, Wohnungssuche, Schlafen, lange Abende und Nächte, schöne Feiern und vieles mehr, ließen bei uns beiden den ersten Monat wie im Fluge vergehen. Wir genossen die Dinge, die wir unterwegs zu vermissen gelernt haben. Martin konnte einen wunderschönen Spätsommer im September erleben und Hannes war ebenfalls erstaunt, als er sich bei milden Temperaturen im November noch einmal in den Sattel schwang und den 30.000’ensten km bei der Heimfahrt von Heidelberg über Jena nach Leipzig überschritt.

Nun hat uns der Alltag also wieder, wie viele Menschen um uns herum zu sagen pflegen. Doch ganz so alltäglich sehen wir unser derzeitiges „Weiterleben“ nicht. Das Hauptstudium bringt für Martin neue Fächer, Vertiefungen und Lernstoff und die Diplomarbeit bei Hannes völlig neue Herausforderungen im Studium.
Doch müssen wir zugeben, dass die Gedanken öfter abschweifen, wir im Kopf Pfaden in den Anden folgen, uns an Gespräche mit den Menschen unterwegs erinnern oder uns an Abenden vor dem Zelt wieder finden. Die Reise hat ihre Spuren hinterlassen. Kurze neue Träume tauchen auf und über wage Ideen wird mit einem schmunzeln diskutiert. „Wo kann man denn während eines Jahres noch so hinfahren“; die Welt ist tatsächlich geschrumpft, wie uns andere Reiseradler schon vorher wissen ließen. Gedanken die momentan fern erscheinen, so wie die ‚Panamericana’ vor vier Jahren. Praktika im Ausland, sind die greifbaren Ideen mit guter Aussicht auf Umsetzung und können zumindest fürs erste die aufkeimende Sehnsucht im Zaum halten.

Ganz beendet ist unsere Reise noch nicht. 6000 Fotos warten auf uns sortiert und ausgewählt zu werden. Die Tagebücher liegen stets griffbereit, um den einen oder anderen Tag wieder in Erinnerung zu rufen und die Gedanken zu sortieren. Um all dies mit einem klaren Ziel zu tun, wollen wir Anfang kommenden Jahres (2007) einen Diavortrag erarbeiten. Wann genau es so weit sein wird und wo die erste Version stattfindet, werden wir auf unserer Website und per Newsletter bekannt geben. Mit einer nun endlich vollständigen Fotosammlung und einer Auswahl kleiner Videos kann man sich weiterhin auf unserer Website ein wenig umschauen und seinen Träumen nachhängen; wer weiß, vielleicht braucht es manchmal nur ein wenig Zeit sie zu verwirklichen.