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10.000


10.000 Kilometer sind inzwischen nun erreicht und stellen fuer uns eine neu erreichte Grenze dar. Fassbar ist diese abstrakte Zahl, welche in den letzten drei einhalb Monaten nach und nach zustande kam, auch fuer uns nicht, denn viele dieser Kilometer, der Stunden auf dem Rad, sind schon wieder vergessen oder verdraengt. Die ersten Kilometer in Alska scheinen so lange her und doch bedingt jeder Meter die unfassbare Summe.
Schuld unserer Berichte mit anderen Schwerpunkten, sowei der Bilder wird dem unbedarften Leser sicher schwer deutlich gemacht, welch Monotonie, Geduld, Ehrgeiz und auch Liebe zum Radfahren sich hinter dieser Summe verbirgt. Eine weitere Zahl soll einen vielleicht etwas besseren Eindruck vermitteln: 524 Stunden sassen wir fuer die 10.000 Kilometer im Sattel, 98 Tage vergingen, in denen wir das Fahrrad nutzten. Die Stunden des reinen Tretens pro Tag lassen sich nun leicht ermitteln. Stunden, welche nicht enden wollten, welche verschmolzen zu Augenblicken, welche zwei Tage zu einem werden liessen und erst mit einem Landschaftswandel erneut spuerbar wurden. An manchen Tagen, auf manchen Abschnitten, welche nichts interessantes, sehenswertes bereithielten und keine Abwechslung boten, diente als Motivation manchmal nur das schlichte Vorankommen kombiniert mit der Faehigkeit, kurz zurueckliegende Stunden sofort zu vergessen (und sich ueber nur noch 20 km zu freuen, obwohl die letzten 20 km drei Stunden bedurften ;o) ) und der naechste zu erklimmende Huegel als Ziel; stets allein mit seinen Gedanken in schweigsamen Treten. Stunden, in denen stets Neues wartet, abwechslungsreich und bunt, beduerfen keiner Erwaehnung, denn diese vergehen wie im Fluge.
Gelegentlich, vor allem in Nationalparks, auf zu ruhigen, fast langweiligen Zeltplaetzen, nach vielleicht einem durchschnittlichen Tagespensum, geschah es jedoch auch, dass wir mit der Zeit nichts anzufangen wussten und uns nichts besseres einfiel, als sich erneut auf die Raeder zu schwingen fuer eine kleine Runde durch den Nat´l Park. So sehr wird die taegliche Routine auf dem Rad zum Teil eines selbst, zum Gegenstand des Tages.
Begangen hatten wir die 10.000 km in einem staubigen, laermenden mexikanischen Nest bei trockenem Toeast und Keksen, wobei auch das Fahrrad in solch feierlicher Stunde nach Aufmerksamkeit gierte: denn es galt just in diesem Moment einen Platten zu beheben.